Am Umwelttag wurden Obstbäume fachgerecht geschnitten

von Jan Hoffmann, Baumwart OGV Altendiez

Am Samstag, den 29.02.2020, fand der gemeinsam Umwelttag der Gemeinde Altendiez und des Obst- und Gartenbauvereins Altendiez statt. Nach der großen Beteiligung im letzten Jahr wollten Verein und Gemeinde erneut die Bereitschaft freiwilliger Helfer nutzen, innerhalb der Gemeinde Ordnung zu schaffen und besonders die Streuobstfläche „Dachskaute“ instand zu setzen.

Dazu trafen sich gut 20 Interessierte bereits am Freitagabend in der Gaststätte „La Taberna“, um vom Baumwart des OGV Altendiez, Jan Hoffmann, über die theoretischen Grundlagen des Baumschnittes informiert zu werden. Hierbei wurden neben der Jungbaumerziehung auch das für den Obstbestand der Dachskaute wichtige Thema Altbaumpflege intensiv besprochen.

Der Baumbestand der Streuobstfläche „Dachskaute“ ist überwiegend zwischen 30 und 100 Jahre alt, somit muss auf die fach- und altersgerechte Pflege besonderen Wert gelegt werden. Hier stehen etwa 80 Bäume, überwiegend Äpfel und wenige Bimbesbirnen, von denen mittlerweile wieder 50 Bäume einen oder mehrere Paten haben, die sich in den nächsten Jahren um die Pflege kümmern werden. Die hierfür wichtigen Themen wie Auslichtung und Fruchtholzaustausch wurden den Teilnehmern durch eine Vielzahl von Vorher-Nachher-Bildserien und grafische Darstellungen nähergebracht. Bei diesen Auslichtungs- oder auch Instandhaltungsschnitten ist es von besonderer Bedeutung, den Bäumen möglichst nur jene Äste zu entnehmen, die am Baum eine Wunde mit einem Durchmesser von maximal 5 – 7cm hinterlassen. Hoffmann wies darauf hin, dass aufgrund des letztjährigen Rastjahres in diesem Jahr durchaus etwas mehr Fruchtholz als gewöhnlich entnommen werden sollte, da im letzten Jahr viele Blütenknospen angelegt wurden und der Fruchtbehang in diesem Jahr ansonsten zu stark ausfallen würde.

Am Samstagmorgen konnte das am Vorabend gehörte Wissen über den naturnahen Obstbaumschnitt nach Oeschberg dann unter fachlicher Anleitung in die Praxis umgesetzt werden. Hier zeigte Hoffmann an einer ca. 50-jährigen Birne beispielhaft, wie die erläuterten Schnittprinzipien am Baum umgesetzt werden. Anschließend gingen die Helfer in Kleingruppen an die Bäume, um das Erlernte direkt und unter Anleitung des Baumwartes umzusetzen.

Als Dank für die durchgeführte Pflege der gemeindeeigenen Streuobstfläche – der OGV hat im letzten Jahr die Pacht und somit auch die Pflege für diese Streuobstwiese offiziell übernommen – brachte der Ortsbürgermeister Thomas Kessler am späten Vormittag ein Frühstück für alle Beteiligten, welches gemeinsam mit den von den Vorstandsmitgliedern Daniela Fritz, Silvia Grüntjes und Nina Schriek mitgebrachten Kuchen und Getränken mit Genuss verspeist wurden. Die Helfer führten bis in den frühen Nachmittag die Pflegemaßnahmen fort und Holger Fassbender, ebenfalls Mitglied im OGV, brachte das Schnittgut mit seinem Traktor zum Grünschnittplatz.

Noch werden weitere Baumpaten für die Dachskaute – hier sind noch ca. 30 Bäume ohne Paten -, aber auch für weitere Streuobstbäume in der Gemarkung Altendiez gesucht. Und damit die zukünftigen Paten auch wissen, welche Sorte ihr Patenbaum hat, soll auch in diesem Jahr noch einmal die Weilburger Pomologin Martina Adams die Ortsgemeinde besuchen, um die noch unbekannten Sorten zu bestimmen. Diese Obstsortenbestimmung wurde bereits im letzten September gestartet, konnte jedoch aufgrund des teilweise nicht vorhandenen Obstbehangs nicht abschließend durchgeführt werden. An einer Patenschaft Interessierte können sich gerne an den Vorstand des OGV Altendiez wenden.